Zusammenfassung Stand Okt. 2002

Im Frühling 2001 Beginnt Franz Hartmann seine Idee eine Ehrenfriedhof für Bundestagsabgeordnete nach dem Supergau zu verwirklichen. In welchem er dem Deutschen Bundestag wie er sagt „zu Ehren seiner allzu großen Bemühungen einen möglichen Supergau zu verhindern für den Fall des Scheiterns bereits zu Lebzeiten einen Ehrenfriedhof widmet.“ Um so heißt es weiter „den Abgeordneten im gegebenem Fall eine würdevolle Ruhestätte bieten zu können.“ Sein „Mahnmal vor dem Denkmal“, ist eine Verbildlichung der gesellschaftlichen Auseinandersetzung zwischen Würde im Zeitgeist und zeitpolitischer Verdrängung. Es besteht aus 738 Betonkreuzen, welche nach Faktionen geordnet je einen Namen und das Geburtsdatum eines der 669 Bundestagsabgeordneten sowie der 69 Mitglieder des Bundesrates tragen. Ein Mahnmal in Form eines Denkmal, ein Zwiespalt im übertragenem Sinn. Ein Denkmal für die eventuelle Zukunft, welches fortan als Mahnmal dient – Ein Mahnmal welches davor warnt ein Denkmal zu werden. Sein Mahnmal und somit Denkmalrohling sei nicht als Angriff auf die derzeitige Regierung zu verstehen er betachte es hingegen als große Würde, ähnlich jener der Pharaonen, bereits zu Lebzeiten ein Ehrengrab garantiert zu bekommen.
Für die Suche nach einem geeigneten Ort begibt sich Hartmann Ende April 2001 nach Gorleben, und wird bei einem Kleingusborner Landwirten fündig. Jener stellt ihm eine 2500 m2 große Fläche an der Castortransportstrecke zur Pacht zur Verfügung. Zurück in Bayern verwendet er die nächsten drei Monate beinahe ausschließlich um die besagten 738 Kreuze zu gießen. Aus 5 m3 Schalholz entstehen im Issinger Atelier 200 Formen, 24 t Beton und 1,6 km Baustahl werden verarbeitet. Sie werden Anfang August auf 40 Paletten mit einen Tieflader ins Wendland transportiert. Hartmann mit Helfern bereits vor Ort hat das Gelände mit 600 m2 weißer Folie in Form eines 3 m hohen Zauns verhüllt. Die Kreuze werden mit Hilfe des Landwirten abgeladen und auf das Gelände gebracht. Nach den Setzarbeiten wird das Mahnmal am 18. August 2001 enthüllt und somit eingeweiht.
Seither steht und lebt Hartmanns Mahnmal an der Castortransportstrecke zwischen Verladekran Dannenberg und Zwischenlager Gorleben. Es wurde schon bald eine Art Pilgerstätte. Nach Angaben seiner Anwohner, welche das Mahnmal pflegen besuchen es täglich ca. 15 – 20 Menschen. Es werden Blumen auf die Ehrengräberrohlinge gelegt und Kerzen angezündet. Auch die Internetseite zum Projekt www.gewissensruhe.de auf welcher Hartmann neben einer Dokumentation die Möglichkeit zum ersteigern einer Patenschaft für das Grab eines „Lieblingspolitikers“ bietet erfreut sich großer Besucherzahlen. Größere Gebote bleiben jedoch aus.
Weniger erfreulich eine Klage wegen „wiederrechtlichen Benützens“ einer landwirtschaftlichen Zufahrt an den Landwirt und Verpächter, er hatte Hartmann im August 2001 mit seinem Traktor die Kreuze abgeladen. Von weiteren Klagen wurde bis lang abgesehen, der WWK (Westwendische Kunstverein) übernahm eine Patenschaft über das Projekt und stellte es somit unter den Kunstvorbehalt, ferner bot er Hartmann gegebenenfalls Rechtsbeistand.
Im Heimatkreis Landsberg sorgte das Projekt Gewissensruhe sowie seine Begleitausstellung Kreuzweg (www.kreuzweg.com) im Neuen Stadtmuseum Landsberg am Lech im vergangenem Jahr für Aussehen. Der Beschluss des Kulturausschusses Hartmann den Kulturförderpreis 2001 zu verleihen, wurde in einer Zweiten Abstimmung revidiert. Da das Projekt wie es hieß „geschmacklos und makaber“ sei. Ferner wurde in der Begleitausstellung „Kreuzweg“ eine Verunglimpfung des Christlichen Glaubens gesehen.
Ähnliche Standpunkte ergab eine Befragung der Bundestagsabgeordneten (zu finden unter www.gewissensruhe.de Rubrik Aktuelles : Befragung der Abgeordneten).
Wie gesagt, das Mahnmal lebt dies Dachten auch seine Anwohner als sie bei den regelmäßigen Pflege- und Mäharbeiten den Einfall hatten einen Glockenturm auf dem „Ehrenfriedhof für Bundestagsabgeordnete nach dem Supergau“ zu errichten. „Ich war von der Idee begeistert“ so Franz Hartmann. Der Glockenturm selbst, eine Stahlkonstruktion wurde dann vom Künstler im Isssinger Atelier vorgefertigt und zusammen mit den Anwohnern des Ortes Kleingusborn bei Gorleben fertiggestellt und am Abend des 11. Oktober 2002 eingeweiht. Nun wollen die Anwohner regelmäßig am Mahnmal läuten. Um den Einsatzbereich des Glockenturmes zu erweitern, erlaubt es seine Konstruktion ihn durch das Anbringen von Rädern mobil zu machen. Er kann so zu Veranstaltungen verschiedenster Art befördert werden. „Ich freue mich über das positive Annehmen des Projektes sowie die Unterstützung vor Ort“ so der Künstler. Zu finden unter www.glockenturm.gewissensruhe.de Nun setzt sich Franz Hartmann getreu seinem Motto „das Mahnmal vor dem Denkmal“ mit dem aktuellem Kriegsgeschehen auseinandersetzen. Ferner ist der gelernte Steinbildhauer mit Auftragsarbeiten beschäftigt unter anderem fertigt er Grabsteine für den herkömmlichen Bestimmungsort.